Kaum eine Frage wird so hitzig diskutiert, wie das Impfen. Aus gutem Grund gibt es hier unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Überzeugungen. In meiner Tätigkeit als Tierheilpraktikerin werde ich oft gefragt, ob eine Impfung Sinn macht und was wirklich sein muss, daher streue ich gerne diesen freien Inhalt, damit jeder Tierbesitzer anschließend in Ruhe überlegen kann, womit, wogegen und vor allem wie oft die Katze oder der Kater geimpft werden soll. Ich empfehle über einen individuellen Impfplan ausreichend mit dem Haustierarzt zu beraten.

Grundsätzliches:

Es gibt keine Impflicht in Deutschland, so dass es in der Verantwortung der Tierhalter liegt, ob und wie das Tier geimpft wird. Dies führt teilweise zu großen Verunsicherungen.

In der Medizin wird zwischen Lebend- und Totimpfstoffen unterschieden. Bei ersten werden kleinste Mengen lebender Erreger in abgeschwächter Form gespritzt, so dass keine Erkrankung ausgelöst wird. Bei der passiven Immunisierung mit Totimpfstoffen wird der sogenannte Antikörper (abgetötete Erreger oder Teile davon) injiziert, was einerseits den Vorteil hat, dass weniger Nebenwirkungen auftreten, andererseits muss der Impfschutz auch regelmäßig(er) aufgefrischt werden. Ziel ist es, dass der Organismus durch die Impfung beginnt, Antikörper gegen den “Eindringling” zu bilden, um diesen zu bekämpfe. Dies würde auch bei einer “normalen” Infektion passieren, allerdings gibt es zahlreiche Krankheiten gegen die geimpft werden kann, die leider tödlich enden können, da der Körper nicht rechtzeitig oder in ausreichender Menge Antikörper bildet.
Durch eine Impfung wird eine Art “Schutzschild” vor einer “wirklichen” Infektion gebildet, was Katzenleben retten kann.

Das hört sich nun alles wichtig und richtig an, allerdings werden oftmals die Nebenwirkungen einer Impfung im Vorhinein nicht bedacht, so dass es mir ein Anliegen ist, auch diese aufzuführen, damit meine Leser diese kennen und verantwortungsbewusst für ihre Tiere entscheiden können. Jedes Tier ist anders, reagiert gar nicht oder vielleicht heftig auf eine Impfung. Fieber, Unruhe, Abgeschlagenheit, Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle zählen zu den Reaktionen. Im schlimmsten Fall kann ein Impfsarkom (Hautkrebs in Form eines Fibrosarkoms) entstehen.

Wogegen kann und wogegen sollten wir nun unser Tiere impfen?

Ich unterstütze die Impfempfehlungen basierend auf der Leitlinie der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut (StIKoVet). Hiernach sollen Katzen in der 8., 12. und 16. Lebenswoche gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Freigänger in der 12. Woche und im 15. Monat zusätzlich gegen Tollwut geimpft werden (Grundimmunisierung). Das halte ich für sehr sinnvoll und richtig. Viele Therapeuten gehen sogar davon aus, dass die Immunität hier ein Leben lang anhält.

Bei einer etwaigen Auffrischungsimpfung lege ich meinen Patientenbesitzern ans Herz sich ausreichend zu informieren und mit dem behandelnden Veterinärmediziner zu beraten. Die Hersteller haften für ihren Impfstoff und geben daher Intervalle zur Auffrischungsimpfung vor. Es gibt mittlerweile Erkenntnisse, dass der Impfschutz oft viel länger vorhält, als es die Hersteller selbst angeben. Hier kann mit dem Tierarzt zunächst über eine Titer-Bestimmung (Antikörper-Bestimmung) und anschließend über das Thema Einzel- oder Kombimpfung gesprochen werden. Die Kombipräparate belasten den Organismus enorm. Je mehr Impfstoff gleichzeitig gegeben wird, desto höher die Gefahr von Nebenwirkungen. Ich empfehle ganzheitlich zu betrachten, was für ein Tier Sinn macht (Freigang oder Wohnung, Gruppe oder Einzeltier, Kontakt zu Artgenossen, z.B. bei Ausstellungen etc.). Kranke oder Tiere, die häufig und ständig gestresst sind (z.B. auch durch Tierarztbesuche) sollten nicht geimpft werden. Wenn überhaupt, sollte aus meiner Sicht auf Impfstoffe zurückgegriffen werden, die nur alle drei bis vier Jahre verabreicht werden müssen.

Wir fassen noch einmal zusammen: Es sollten Impfungen gegen Erreger, vor denen jede Mieze zu jeder Zeit geschützt sein sollte, zur Pflicht gemacht werden.

  • Impfung gegen das Rhinotrachetis-Virus (Herpes) und
    das Feline Calcivirus (Katzenschnupfen)
  • Impfung gegen das Feline Panleukopenie-Virus (Katzenseuche)

Weiterhin sollten wir über einige Impfungen unter besondern Umständen mit dem behandelnden Tierarzt sprechen. Hierzu gehören:

  • Tollwut (Rabies)
    Die Impfung gegen Tollwut wird bei Freigängern empfohlen. Deutschland ist zwar seit 2008 tollwutfrei, allerdings sollte man seine Tiere vor ungeimpften Tieren, die teilweise illegal nach Deutschland kommen, schützen. Sollte das Veterinäramt ihr Tier unter Verdacht stellen, mit einem tollwütigen Tier in Kontakt gewesen zu sein, muss ihr Tier euthanisiert werden, es sei denn, es ist geimpft.
  • Leukose (FELV)
    Im Grundsatz ist das Feine Leukämievirus ansteckend und nicht heilbar. Übertragen wird es vor allem bei Revierkämpfen durch Bisse, so dass angeraten wird, Freigänger gegen Leukose impfen zu lassen. Für Tiere, die das Virus bereits hatten und wo der Organismus bereits Antikörper aufgebaut hat, ist eine Impfung nicht nötig (Antikörper-Test). Zudem infizieren sich wohl junge oder erwachsene Tiere mit dem Virus, so dass ab einem Alter von 7 Jahren individuell mit dem Tierarzt entschieden werden sollte, ob weiterhin geimpft wird.

Es gibt gegen die meisten Erkrankungen der Katze einen Impfschutz, allerdings sind einige davon auch umstritten, wie z.B. die Impfung gegen das Feline infektiöse Peritonitis (FIP). Wer mi diesem Virus schon einmal in Berührung gekommen ist, weiß, dass es sich hier um eine Mutation des sehr häufig bei der Katze vorkommenden Felinen Coronavirus (FCov) handelt. Die Effektivität der Impfung liegt je nach Studie zwischen 0% und 80%, so dass die Wirkung eher als fraglich eingestuft werden sollte.

Ich hoffe, ich konnte erst einmal etwas Licht ins Dunkel und euch die wichtigsten Punkte zur weiteren und eigenen Recherche näher bringen.
Sollte es bei euren Miezen nach einer Impfung zu unschönen Nebenwirkungen kommen, gibt es homöopathische Mittel wie Thuja und Sulfur oder auch Echinacea, welche bei der Ausleitung der Impfung bzw. ihrer Nebenwirkungen helfen und das Immunsystem unterstützen können. .

Nehmt gerne Kontakt mit mir auf, damit wir gemeinsam schauen können, wie wir eurem Tier in dieser Situation helfen

Hinterlassen Sie einen Kommentar