Nicht nur im Humanbereich wird der Darm als Zentrum unseres Immunsystems bezeichnet. Wir wissen, dass im Darm Billionen von Mikroorganismen leben, die einen wesentlichen Beitrag für das Wohlbefinden von Mensch und Tier leisten. Das sogenannte intestinale Mikrobiom (Darmflora) hat nach aktuellen Erkenntnissen eine höhere Stoffwechselleistung als die Leber. Der absolute Wahnsinn! 

Aufgaben des Darms

Der Darm ist absolut entscheidend für eine gute Nährstoffaufnahme, damit der gesamte Körper gut versorgt ist. Geleistet wird diese Aufgabe von Keimen, die sich im Darm ansiedeln. Im Idealfall sind das ca. 2.000 verschiedene Bakterienarten, die voneinander profitieren. Sie sorgen gemeinsam dafür, dass die Darmschleimhaut gut durchblutet wird und sie so ihre Barrierefunktion optimal ausüben kann.
Vorsicht: das Ökosystem Darm ist ein unheimlich komplexes Gefüge, das schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Wie genau kann das passieren?
Die Zusammensetzung der Darmflora unterliegt auch bei unseren Fellnasen einem ständigen Wandel, da sich die Fütterung und Lebensweise der Tiere immer wieder verändern. Es kommt darauf an, ob das Tier Trocken- oder Frischfutter bekommt, es langwierige Erkrankungen durchlitten hat. Infektionskrankheiten können dazu führen, dass sich bestimmte Mikroorganismen vermehrt in den Vordergrund drängen und andere Arten ausstechen. Eine drastische Veränderung der Darmflora bewirkt eine Behandlung mit Antibiotika. Dabei geht nicht die gesamte Darmflora zugrunde, sie wird aber stark beeinträchtigt. Robuste Bakterien, z.B. Clostridium difficile, bekommen dann ihre Chance.
Kleine, kurzfristige Störungen können die Tiere gut verkraften, dauert der negative Einfluss jedoch lange an, kann es zu nachhaltigen Veränderungen im Darm kommen.

Wie fällt uns auf, dass unsere Fellnasen eine gestörte Darmflora haben?

Eine Dysbiose („gute“, nützliche Mikroorganismen werden von schädlichen Keimen verdrängt) zeigt sich häufig durch Magen-Darm-Beschwerden, z.B. Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Schäden der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom) können Futtermittelunverträglichkeiten, die Entstehung von Allergien und chronischen Darmerkrankungen nach sich ziehen. 

Wie können wir das Ökosystem Darm wieder dazu bringen seine wichtigen Aufgaben zu erfüllen?

Eine kurzfristige Gabe eines Probiotikums über einen kurzen Zeitraum (2-3 Wochen) wird oft empfohlen, hat aber nichts mit einer Darmsanierung zu tun. Spätestens, wenn man das Präparat wieder absetzt, ist der kurzfristige Erfolg meist wieder dahin. 

Die nachhaltige Vorgehensweise einer Darmsanierung (Dauer 3-4 Monate) beinhaltet folgende Schritte (optimal ist hierfür im Vorhinein einen Darmflora-Check, z.B. bei Vetscreen, durchzuführen):

  1. Reinigung des Darms
  2. Verbesserung des Darmmilieus durch Optimierung der Verdauung (Präbiotika); Eliminierung der schädlichen Mikroorganismen
  3. Individueller Aufbau der Darmflora mit passenden Bakterienstämmen (Probiotika)

Sehr wichtig: Dranbleiben!

Wir brauchen Durchhaltevermögen. Geduld ist ein großer Teil des Erfolgs. Nicht selten scheitern Darmsanierungen, weil man bei den ersten Rückschritten sofort wieder die Strategie ändert. 

Kommen Ihnen die oben genannten Symptome bekannt vor und möchten Sie mehr für die Gesundheit Ihrer flauschigen Freunde tun? Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

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